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Fortschritte der digitalen Wettbewerbsfähigkeit der EU-Mitgliedstaaten

Europäische Kommission veröffentlicht Ergebnisse des DESI für 2020

Die Europäische Kommission hat die Ergebnisse des Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) für 2020 veröffentlicht. Beurteilt werden die Gesamtleistung Europas im digitalen Bereich und die Fortschritte der digitalen Wettbewerbsfähigkeit der EU-Mitgliedstaaten. In allen gemessenen Bereichen wurden in allen Mitgliedstaaten Fortschritte erzielt.

In Hinblick auf die COVID-19-Pandemie hat sich gezeigt, dass digitale Technik essentiell ist. Zudem zeigen die für den Aufbau relevanten DESI-Indikatoren, dass die EU-Mitgliedstaaten ihre Bestreben auf die bessere Abdeckung  mit Netzen mit sehr hoher Kapazität (VHCN), die Zuteilung von 5G-Diensten, die Erweiterung der digitalen Kompetenzen der Bürger sowie die weitere Digitalisierung von Unternehmen und des öffentlichen Sektors lenken sollten.

Exekutiv-Vizepräsidentin Margrethe Vestager sagt: „Die Coronavirus-Krise hat uns vor Augen geführt, wie wichtig der Zugang zum Internet und das virtuelle Miteinander für Menschen und Unternehmen sind. Wir werden weiter zusammen mit den Mitgliedstaaten untersuchen, in welchen Bereichen mehr investiert werden muss, damit alle Europäerinnen und Europäer in den Genuss digitaler Dienste und Innovationen kommen können.“

Thierry Breton, der für den Binnenmarkt zuständige Kommissar: „Aus den Daten, die wir heute vorlegen, geht hervor, dass Unternehmen mehr denn je auf digitale Lösungen setzen. Wir müssen dafür sorgen, dass dies auch für kleine und mittlere Unternehmen gilt und dass überall in der Wirtschaft modernste digitale Technik eingesetzt wird.”

Die Hauptergebnisse:

  • In der Gesamtleistung des digitalen Bereichs stehen Finnland, Schweden, Dänemark und die Niederlande auf den vorderen Rängen, gefolgt von Malta, Irland und Estland. Laut des Internationalen Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (I-DESI) sind die leistungsstärksten EU-Länder auch weltweit gesehen führend. Nicht zur Spitzengruppe gehören die größten EU-Volkswirtschaften. Das zeigt, dass das Tempo der Digitalisierung verstärkt werden muss.
  • Verbessert hat sich die Konnektivität, die jedoch noch verstärkt werden muss, damit die wachsende Nachfrage gedeckt werden kann. Die Mitgliedstaaten befassen sich mit der Übernahme der neuen, 2018 verabschiedeten EU-Vorschriften in ihre nationalen Rechtsordnungen, damit Investitionen in Festnetz- und Mobilfunknetze mit sehr hoher Kapazität gefördert werden können. Im Jahr 2019 hatten 78 Prozent der privaten Haushalte einen Festnetz-Breitbandanschluss und fast die gesamte europäische Bevölkerung wurde mit 4G-Netzen versorgt. Jedoch haben lediglich 17 Mitgliedstaaten bereits Funkfrequenzen der 5G-Pionierbänder zugeteilt. Am weitesten fortgeschritten bei der 5G-Bereitschaft sind Finnland, Deutschland, Ungarn und Italien.
  • Die digitale Kompetenz muss weiter ausgebaut werden: 42 Prozent der EU-Bevölkerung besitzt keine digitalen Grundkenntnisse. 2018 gab es europaweit etwa 9,1 Millionen IKT-Fachkräfte, 1,6 Millionen mehr als 2014.
  • Die Nutzung des Internets ist während der COVID-19-Pandemie stark angestiegen. Aber auch vor der Pandemie nutzten 85 Prozent das Internet mindestens einmal pro Woche und 60 Prozent nutzten Videoanrufe. Ebenfalls gestiegen sind das Online-Shopping (71 Prozent) sowie das Internet-Banking (66 Prozent).
  • 38,5 Prozent der großen Unternehmen setzen bereits fortgeschrittene Cloud-Dienste ein. 32,7 Prozent ziehen Massendatenanalysen heran. Jedoch nutzt mehr als die Hälfte der KMU die digitale Technik noch nicht – nur 17 Prozent haben Cloud-Dienste im Einsatz, nur 12 Prozent Massendatenanalysen. 2019 verkauften nur 17,5 Prozent der KMU Produkte oder Dienstleistungen online. Allerdings verwendeten 39 Prozent der großen Unternehmen den Online-Verkauf.
  • Zur Förderung des Online-Handels hat die EU Maßnahmen entwickelt. Inhalte sind unter anderem die Beseitigung ungerechtfertigter grenzübergreifender Hindernisse und der Schutz der Rechte von Online-Kunden sowie die Förderung grenzübergreifenden Zugangs zu Online-Inhalten.
  • Die Digitalisierung öffentlicher Dienste schreitet weiter voran. Im Jahr 2019 haben 67 Prozent der Internetnutzer Formulare bei Behörden online eingereicht, 2014 waren es 57 Prozent. Spitzenreiter sind Estland, Spanien, Dänemark, Finnland und Lettland.

Weitere Informationen finden Sie hier: Europäische Kommission

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