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Elf neue EU-geförderte 5G-Forschungsprojekte

Förderung von Investitionen in 5G-Hardware-Innovation und Erprobung 5G-basierter vernetzter und automatisierter Mobilität

Elf neue Horizon-2020-Projekte werden im Rahmen der europäischen 5G Public-Private Partnership (5G-PPP) im September 2020 anlaufen. Ziel wird es sein, Chancen von 5G-Hardware-Innovation zu nutzen und 5G-Ökosysteme für vernetzte und automatisierte Mobilität entlang dreier neuer europäischer grenzüberschreitender Korridore zu validieren. Die gesamte EU-Fördersumme aller 5G-Forschungsprojekte beläuft sich auf mehr als 400 Millionen Euro. Weit mehr als eine Milliarde Euro an privaten Investitionen werden für vertikale 5G-Anwendungsfelder mobilisiert, wodurch die führende Position Europas in diesem Bereich gestärkt wird.

Drei neue internationale 5G-Projekte werden Anwendungsfälle im Bereich Mobilität und Transport entwickeln, testen und bewerten. Ausgeweitet werden die Validierung von verbundenen und automatisierten Mobilitätsfunktionen auf Straßen, Schienen, Häfen und Seewegen. Jedes Projekt wird eine 5G-Netzwerkinfrastruktur zur Verfügung stellen, die sowohl Multi-Service- als auch Multi-Anwendungsfunktionen für verschiedene Transportmittel (z.B. Autos, Lastwagen, Züge, Binnenschiffe und Boote) sowie eine verbesserte Konnektivität für öffentliche Nutzer bietet.

Jedes dieser Netze wird unter unterschiedlichen geographischen Bedingungen und den damit verbundenen Wettereinflüssen betrieben werden: Ostsee und Nordsee (5G-Routes und 5G-Blueprint) und die Pyrenäen (5GMED). Zwei der drei Projekte werden auf Abschnitten grenzüberschreitender 5G-Korridore durchgeführt, die durch ein Abkommen über grenzüberschreitende Zusammenarbeit unterstützt werden, und zwar die Via Baltica zwischen Estland, Lettland und Litauen (5G-Routes) und die kürzlich unterzeichnete Absichtserklärung zwischen den Niederlanden und Flandern (Belgien), die Rotterdam, Antwerpen und das Nordseehafengebiet abdeckt.

Die Projekte bringen ein breites Spektrum von Interessengruppen zusammen, u. a. Telekommunikationsbetreiber, Straßenbetreiber, Schieneninfrastrukturmanager, Transport- und Logistikunternehmen, Fahrzeughersteller und ihre Ausrüster, Hersteller von Eisenbahnausrüstungen, innovative KMU sowie öffentliche und private Forschungszentren.

Die drei Projekte im Bereich Mobilität und Transport im Überblick:

5GMed: Das Projekt wird Anwendungsfälle für vernetzte und automatisierte Mobilität, einschließlich Straße und Schiene erproben. Hauptakteure sind Mobilfunkbetreiber, Straßen- und Eisenbahnbetreiber sowie innovative KMU und Forschungszentren. Insbesondere wird 5GMed die Anwendungs- und Stakeholder-Merkmale der 5G-Infrastruktur für die gemeinsame Bereitstellung von Anwendungsfällen im Bereich Straße und Schiene sowie die Konnektivität für Verkehrsteilnehmer demonstrieren. Dabei werden die neuesten 5G-Standards über 3,5 GHz und 5,9 sowie unlizenzierte Millimeterwellen, Network Slicing und Service Orchestration implementiert.

5G-ROUTES: Das Projekt wird über 150 km des Via-Baltica-Korridors testen und validieren, mit einer Fährverlängerung nach Helsinki, einschließlich Häfen und Seewege, verschiedene CAM-Anwendungsfälle, die durch 5G-Hochleistungsfähigkeiten ermöglicht werden und mehrere Szenarien in den Bereichen automatisiertes kooperatives und sensorisches Fahren abdecken. 5G-ROUTES wird sich auch auf ununterbrochene Infotainment-Dienste für Fahrgäste unterwegs und auf multimodale Dienste im Zusammenhang mit vollständigen verbindungsorientierten Ökosystemen rund um Fahrgäste und Fracht über drei verschiedene Verkehrsträger (Fahrzeuge, Schienen- und Seeverkehr) konzentrieren.

5G-Blueprint: Das Forschungsprojekt wird eine technische Architektur, ein Geschäftsmodell und ein Governance-Modell für einen unterbrechungsfreien grenzüberschreitenden teleoperativen Verkehr für den Straßen- und Seeverkehr auf der Grundlage einer 5G-Konnektivität zwischen den Häfen von Antwerpen (Belgien) und Vlissingen (Niederlande) entwerfen und validieren. Das Projekt testet und bewertet fortgeschrittene CAM-Anwendungsfälle für den ferngesteuerten Betrieb von Lastwagen, Autos, Pods und Lastkähnen. Die Ergebnisse des Projekts sollen für die anschließende operationelle europaweite Einführung teleoperativer Transportlösungen im Logistiksektor und darüber hinaus verwendet werden können.

Es werden folgende weitere Forschungsprojekte gefördert: COREnect, 5G-Records, Affordable5G, DRAGON, 5G-LOGINNOV, Int5Gent, 5GMETA sowie FUDGE-5G.

Weitere Informationen finden Sie hier: Europäische Kommission.

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