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GSMA stellt Bericht über Nachhaltigkeit in der Mobilfunkbranche vor

Mobile Net Zero: State of the Industry on Climate Action 2022 report veröffentlicht

Im Jahr 2021 hat die GSMA zum ersten Mal die Zielerreichung von Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 in der Mobilfunkbranche bewertet und konnte die Branche dabei als ‘Breakthrough Sector’ positionieren. In diesem Jahr berichtet die GSMA, dass die Branche weiterhin auf den 1,5°C-Dekarbonisierungspfad einschwenkt. Mobilfunknetzbetreiber auf der ganzen Welt nehmen ihre Verpflichtungen zur Erreichung von Net-Zero-Emissionen ernst. Die Branche arbeitet mit einer Reihe von Maßnahmen gemeinsam an dieser Herausforderung. Um ein Forum für diese Zusammenarbeit zu schaffen, hat die GSMA bereits im Jahr 2019 eine Climate Action Taskforce gegründet. Die Taskforce ist in den letzten drei Jahren schnell gewachsen und hat jetzt 53 Mitglieder mit Netzwerken in den meisten Ländern der Welt.

Zahlen aus der Branche

Die Zahl der Mobilfunkbetreiber, die sich zu einer raschen Senkung der Emissionen verpflichtet haben, ist um mehr als 50 Prozent gestiegen. Der Mobile Net Zero Report 2022 zeigt, dass 49 Betreiber, welche 62 Prozent der Branche nach Umsatz repräsentieren, sich nun verpflichtet haben, die Emissionen in den nächsten zehn Jahren schnell zu senken. Dies entspricht einem Zuwachs um 18 Betreibern seit 2020, trotz der Herausforderungen von Covid-19. Darüber hinaus haben sich 50 Prozent der Mobilfunknetzbetreiber, gemessen am Umsatz, zu Net-Zero-Zielen bis 2050 oder früher verpflichtet. Obwohl die Mobilfunkbetreiber bei den Net-Zero-Ambitionen eine Vorreiterrolle spielen und die meisten ihre Klimaauswirkungen offenlegen, berichtet ein großer Teil des Ökosystems derzeit nicht über seine Auswirkungen.

Trotz des zweistelligen Wachstums des Datenverkehrs und des globalen Ausbaus der 5G-Netze zeigt der Bericht, dass die Betreiber den Anstieg der Kohlenstoffemissionen bis 2021 auf durchschnittlich 2 Prozent begrenzen konnten. Investitionen in energieeffizientere Netzausrüstungen und kohlenstoffärmere Energiequellen halfen den Akteuren der Branche, ihre CO2-Auswirkungen zu begrenzen, auch wenn die Netze erheblich wuchsen, um der Verbrauchernachfrage gerecht zu werden.

Entkopplung von Daten und Emissionen

Auch wenn noch weitere Anstrengungen erforderlich sind, um die Emissionen zu senken und das für 2050 angestrebte Net-Zero-Ziel zu erreichen, macht die Mobilfunkbranche weiterhin bedeutende Fortschritte bei der erfolgreichen Entkopplung des Datenverkehrs vom Stromverbrauch und den Kohlenstoffemissionen. Der Datenverkehr stieg im vergangenen Jahr um 31 Prozent, der Stromverbrauch um 5 Prozent, die damit verbundenen Kohlenstoffemissionen nahmen jedoch nur um 2 Prozent zu.

Um die Energieeffizienz zu steigern, setzt die Branche zunehmend auf künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Virtualisierung, um den Stromverbrauch von Geräten zu optimieren, Netzwerkressourcen zu zentralisieren und unnötige Heiz- oder Klimatisierungsmaßnahmen zu vermeiden.

Neben der Nutzung betrieblicher Effizienzen steigen die Betreiber auch auf mehr Strom aus erneuerbaren Energien um: 2021 stammten 18 Prozent des gesamten Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen, 2020 waren es noch 14 Prozent. Angesichts des Strombedarfs für die Versorgung von Mobilfunknetzen fordert die GSMA die Regierungen weiterhin auf, geeignete Rahmenbedingungen für den Energiemarkt zu schaffen, damit Unternehmen Zugang zu erneuerbarem Strom zu einem wettbewerbsfähigen Preis erhalten.

Der Generaldirektor der GSMA Mats Granryd beschreibt, dass die Branche noch viel mehr tun muss, um die Net-Zero-Ziele zu erreichen. Er betont zudem, dass der Mobilfunk zweifellos eine wesentliche Rolle dabei spielen wird, Industrien und Einzelpersonen auf der ganzen Welt dabei zu helfen, ihre CO2-Fußabdruck zu reduzieren.

Stärkere Offenlegung nötig

Um die aktuellen Emissionen besser zu verstehen und sie zu reduzieren, muss die Mobilfunkbranche eine stärkere Transparenz ihrer Klimaauswirkungen anstreben. Weltweit legen 66 Prozent der Branche, gemessen an den Anschlüssen, und 82 Prozent, gemessen am Umsatz, ihre Klimaauswirkungen offen. Ein kritischer Punkt sind an dieser Stelle die Lieferanten und deren Einbindung für die Erreichung der Dekarbonisierungsziele der Branche. In diesem Jahr haben die Betreiber ihre Zulieferer dazu angehalten, durch die Wiederverwendung und das Recycling von Netzausrüstungen die zirkulären Aktivitäten zu erhöhen und zur Kreislaufwirtschaft beizutragen.

Energieeffizienz gewinnt an Bedeutung bei Industriepreisen

Energieeffizienz und Nachhaltigkeit spielten bei den Global Mobile Awards (GLOMOs) 2022 eine wichtige Rolle. In diesem Rahmen wurden die folgenden konkreten Aktivitäten einzelner Mobilfunkakteure ausgezeichnet:

  • The Green 5G Project von China Mobile und Huawei (Gewinner „Best Mobile Innovation for Climate Action“)
  • Ericssons ultraleichte Massive MIMO 6419-Plattform mit portfolioübergreifenden Energieeinsparungen
  • Telefónica’s Green Radio – eine intelligente Softwarelösung zur Energieoptimierung
  • ZTE’s Green Native Initiative zur Verringerung der durchgängigen IKT-Emissionen
  • KT’s Network Power Saving Technology

Weitere Informationen finden Sie hier: GSMA Pressemitteilung und Mobile Net Zero Report 2022

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