News

EU-Kommission sieht keine erhöhte Exposition der Bevölkerung gegenüber elektromagnetischen Feldern im Zuge der Einführung von 5G

Bei 5G-Netzen werden sowohl viel kleinere Antennen als auch geringere Belichtungswerte im Vergleich zu den aktuellen 2G-, 3G- und 4G-Netzen verwendet.

Elektromagnetische Felder (EMF) sind physikalische Felder, die „durch stationäre, sich drehende oder sich bewegende elektrisch geladene Teilchen erzeugt“ werden. Anders als es den Anschein erwecken mag, dass elektromagnetische Felder erst durch die heutige digitale Welt entstanden sind, kommen diese auch schon seit Anbeginn der Zeit in der Natur vor. Aufgrund der zunehmenden Zahl drahtloser Geräte (Smartphones, Laptops usw.) entstand in der Bevölkerung Unsicherheit darüber, wie sich die EMF-Exposition auf die menschliche Gesundheit auswirken könnte.

Die durch drahtlose Kommunikationsgeräte verursachten EMF-Expositionen unterliegen den Empfehlungen des Rates der Europäischen Union. Der Rat der Europäischen Union legt die Grenzwerte fest, die in Übereinstimmung mit den Richtlinien der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) bestimmt werden. Dabei ist zu beachten, dass die festgelegte Exposition-Grenze der EU 50-mal niedriger ist als das, was internationale wissenschaftliche Erkenntnisse als Auswirkungen auf die Gesundheit vermuten lassen. Die festgelegte Expositions-Grenze ist für die EU-Mitgliedstaaten nicht bindend. Die Mitgliedsstaaten sind aber dazu aufgefordert, für eine einheitliche Anwendung zu sorgen.

Auch die fünfte Generation drahtloser Netzwerke wird von einigen Bürger*innen als Gefahr für die öffentliche Gesundheit betrachtet. Einige Bürger*innen vertreten die Meinung, dass die EMF-Exposition bei 5G-Netzen höher ist als die Exposition von derzeitigen 4G-Netzen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass bei 5G- und 6G-Netzen sowohl viel kleinere Antennen als auch geringere Belichtungswerte im Vergleich zu den aktuellen 2G-, 3G- und 4G-Netzen verwendet werden. Bis zu einem gewissen Grad können diese kleineren Antennen mit Wi-Fi-Installationen verglichen werden. Die neuen Besonderheiten der 5G-Technologie wurden bei der Festlegung der überarbeiteten ICNIRP-Leitlinien berücksichtigt.

Diesbezüglich erließ die EU-Kommission eine Durchführungsverordnung über die physischen und technischen Merkmale von drahtlosen Zugangspunkten mit geringer Reichweite. Durch diese Verordnung werden keine neuen EU-Grenzwerte für EMF eingeführt und alle Anlagen müssen sich an die geltenden nationalen oder regionalen Vorschriften halten.

Aufgrund dessen kommt die EU-Kommission zu dem Entschluss, dass sich der Aufbau von 5G-Netzen nach allen bestehenden Empfehlungen nicht negativ auf die Gesundheit der Menschen auswirken wird.

 

Weitere Informationen finden Sie hier: EU-Kommission.

Das könnte Sie auch interessieren

Sicherheit
13.04.2022
5G-Netz für Krisen- und Notfallszenarien
Eine stabile Kommunikation ist insbesondere für Rettungsgeräte in Krisen von großer Wichtigkeit. Bisher sind Rettungskräfte allerdings auf Kommunikationstechnologien des öffentlichen Bereichs wie TETRA, LTE und andere proprietäre Lösungen angewiesen, welche...
News-Artikel lesen
Chancen und Herausforderungen durch 5G, Sicherheit
25.11.2019
ENISA: Bewertung der Sicherheit von 5G-Netzen
Die Europäische Agentur für Cybersecurity (ENISA) hat auf der Basis einer umfassenden technischen Analyse von 5G nun Handlungsempfehlungen für die EU-Mitgliedsstaaten veröffentlicht. In dem Bericht „ENISA threat landscape for 5G...
News-Artikel lesen
Rechtliche Regulierung
22.07.2020
Telefónica erfüllt Versorgungsauflagen nicht
Die Bundesnetzagentur hat Telefónica angedroht, ein Zwangsgeld in Höhe von 600.000 Euro zahlen zu müssen. Grund dafür ist, dass der Netzbetreiber Versorgungsauflagen aus der Frequenzauktion 2015 nicht fristgerecht erfüllt hat....
News-Artikel lesen
Open RAN, Sicherheit
23.11.2021
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) veröffentlicht Risikoanalyse zu Open RAN
In der aktuellen Ausprägung beinhaltet Open RAN (Open Radio Access Network), basierend auf den Standards der O-RAN Alliance, „mittlere bis hohe“ Sicherheitsrisiken. Zu diesem Ergebnis gelangte das Barkhausen Institut, in...
News-Artikel lesen
Rechtliche Regulierung
19.09.2022
Bundesnetzagentur stellt Unterversorgung mit Telekommunikationsdiensten fest
Die Bundesnetzagentur hat laut eigenen Angaben festgestellt, dass die Gemeinden Mittelstenahe, Halvesbostel, Brackel sowie Stuhr in Niedersachsen weder aktuell noch in absehbarer Zeit angemessen oder ausreichend mit Telekommunikationsdiensten versorgt sind....
News-Artikel lesen
Chancen und Herausforderungen durch 5G, Sicherheit
26.07.2021
Anforderungen an den DDoS-Schutz für das Zeitalter von Cloud, 5G und IoT
Durch das Eintreten in das Zeitalter von 5G und Internet of Things hat sich auch die Gefahr durch DDoS Angriffe erhöht. Die Angriffe haben sowohl in ihrer Häufigkeit als auch...
News-Artikel lesen
Online-Seminar, Sicherheit
24.02.2022
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stellt uns Draft des IT-Grundschutzprofils für 5G-Campusnetze vor
Am 8. März von 16 bis 17 Uhr macht das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mit der Vorstellung des Drafts zum IT-Grundschutzprofil für 5G-Campusnetze den ersten Aufschlag in...
News-Artikel lesen
Chancen und Herausforderungen durch 5G, Rechtliche Regulierung, Sicherheit
08.11.2021
Chancen und Risiken des Mobilfunkausbau
Die Vorteile des neuen Mobilfunkstandards 5G liegen auf der Hand, eine hohe Datenrate und niedrige Latenzen ermöglichen die Entwicklung vieler neuer Anwendungen sowie die Verbesserung von bereits bestehenden Anwendungen. In...
News-Artikel lesen
Politische Rahmenbedingungen, Rechtliche Regulierung
02.05.2022
EU genehmigt staatliche Mobilfunkförderung in Italien
Die Europäische Kommission hat nach den EU-Beihilfevorschriften eine italienische Regelung in Höhe von zwei Milliarden Euro genehmigt, die im Rahmen der Recovery and Resilience Facility (RRF) für den Ausbau leistungsfähiger...
News-Artikel lesen
Rechtliche Regulierung
10.06.2020
Zukunftstechnologien: Innovationsstandort Deutschland unter Druck
Die Bertelsmann Stiftung hat ihre neue Studie „Weltklassepatente in Zukunftstechnologien – Die Innovationskraft Ostasiens, Nordamerikas und Europas“ veröffentlicht. Betrachtet werden dabei bedeutsame Patente in 58 Zukunftstechnologien, wie 3D-Druck, 5G und...
News-Artikel lesen
Anwendungspotenziale, Sicherheit, Smart City
18.08.2021
Mehr Sicherheit für Verkehrsteilnehmer durch 5G
Das Projekt „5G-trAAffic“ hat im Rahmen des 5G-Innovationswettbewerbs des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur eine Umsetzungsförderung in Höhe von 2,6 Millionen Euro zugesichert bekommen. Das im September 2021 startende...
News-Artikel lesen
Sicherheit
18.04.2022
Utimaco und Nokia arbeiten gemeinsam an der zukunftssicheren Implementierung von 5G
Durch hohe Geschwindigkeiten und geringe Latenzen im 5G-Netz sind unterschiedliche Anwendungsfälle möglich. Dazu gehören nicht nur 4K-Streaming oder die Steuerung autonomer Fahrzeuge, sondern auch die Industrieautomatisierung und Schaffung von Netzwerken...
News-Artikel lesen