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Erfolgreicher Start in die zweite 5G.NRWeek

„Mit Sicherheit – NRW wird Leitmarkt für 5G“ – 5G.NRWeek erfolgreich gestartet

Mit einem hochkarätigen Programm gelang am Montag, dem 6.September, der Start in die zweite 5G.NRWeek: Sechs Keynotes und vier Paneldiskussionen wurden live aus dem virtuellen Studio des Competence Center 5G.NRW gestreamt. Die insgesamt 23 Expertinnen und Experten waren sich einig, dass 5G Potentiale nur entfalten kann, wenn Sicherheit gewährleistet ist. Das gilt für die industriellen Produktionsketten ebenso wie für Anwendungen in Smart Cities und zur Steuerung kritischer Infrastrukturen. Welche großen Chancen der neue Mobilfunkstandard bietet, machten die Referentinnen und Referenten deutlich – gleichzeitig verschwiegen sie nicht die Herausforderungen, die sich insbesondere hinsichtlich der Sicherheit stellen.

Der sicherste Mobilfunkstandard – Was macht 5G besser?

Wie sicher sind deutsche Mobilfunknetze? Und: Bietet die fünfte Mobilfunkgeneration ein Plus an Sicherheit? In ihren Keynotes blickten BSI-Präsident Arne Schönbohm, Wirtschaft- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart und Claudia Nemat, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom, aus unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema 5G:

Die Sicherheit der Infrastruktur der Telekommunikationsnetze sei von höchster Bedeutung, so BSI-Präsident Arne Schönbohm. Insbesondere bei 5G und weiteren Mobilfunkgenerationen werde diese Relevanz noch weiter steigen. Die Novellierung des BSI-Gesetzes und des Telekommunikationsgesetzes werden dem nun auch Rechnung tragen.

Durchaus zufrieden mit dem 5G-Ausbau zeigte sich Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart. Er betonte die Relevanz des fünften Mobilfunkstandards für die Innovationsfähigkeit Nordrhein-Westfalens. Innovationen können nur gelingen, wenn alle Akteure gemeinsam für NRW arbeiten werden. Diesen Gedanken verfolgt auch das Competence Center 5G.NRW – dessen Arbeit der Minister lobte. Das in den vergangenen zwei Jahren aufgebaute Kompetenznetzwerk bietet eine gute Struktur für zukünftige Herausforderungen mit 5G- und auch 6G-Technologie.

Claudia Nemat, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom, betonte, dass Technologien keinem Selbstzweck dienen. Vielmehr müsste anhand von bestehenden Problemstellungen erkannt werden, wofür eine technologische Lösung benötigt werde. Nemat verwies darauf, dass zunehmend große gesellschaftliche Herausforderungen, wie Fragen der Ressourcenschonung mitgedacht werden müssen. Im Kontext von 5G bedeute das, dass Herausforderungen aus dem Bereich Datensicherheit und Datensouveränität sowie Fragen der digitalen Ethik mitdiskutiert werden. Erfolgreiche 5G-Anwendungen entstünden dann, wenn sie innerhalb eines starken Partnernetzwerks entwickelt werden.

Sichere Smart Cities mit 5G

Große gesellschaftliche Herausforderungen spielten auch im Smart City Panel eine wesentliche Rolle. Hier vertrat Dr. Boris Maurer, Europe Industry Lead Communication and Media bei Accenture, die These, dass der Bereich Smart City der größte Nachfragemarkt für 5G sei. Das erhebliche wirtschaftliche Potenzial begründete Maurer mit der Vielfalt der Use Cases – vom Gesundheitswesen über Transport bis hin zur öffentlichen Sicherheit und Energieeffizienz. Um diese Potenziale aber durch Städte nutzen zu können, sei es notwendig, die komplexen Herausforderungen, die 5G mit sich bringe, zu lösen. Dr. Boris Maurer, Monika Gatzke, Tobias Ziemann, Dr. Christian Zenger und Dr. David Rupprecht diskutierten u.a. Fragen nach geeigneten Geschäftsmodellen von 5G-Services für Städte, Herausforderungen im Bereich der Datensicherheit und Datenhoheit sowie blickten auch auf strategische Ziele, die Städte mit der Einführung der 5G-Technologie verbinden. In einem Punkte waren sich alle Experten einig: 5G kann der Schlüssel zu einer lang versprochenen smarten City sein, wenn eine übergreifende Vernetzung und Zusammenarbeit von Wirtschaftsakteuren, politischen Vertretern und der Zivilgesellschaft sichergestellt wird.

Campusnetze – mehr Sicherheit für die Industrie 4.0

Wie Wirtschaftsakteure mit 5G umgehen und welche Chancen sich auch für KMU ergeben, stand im Zentrum des Panels „Campusnetze – mehr Sicherheit für die Industrie“. Prof. Dr. Kai Höhmann (Global Head of Sales VP Digital Transformation des TÜV Rheinland International GmbH) gab einen Überblick über unterschiedliche Anwendungsszenarien für den Einsatz privater Industriecampusnetze und blickte auf deren Auswirkungen auf die Datensicherheit von Unternehmen.

Daran anknüpfend diskutierten mit ihm Prof. Dr. Volker Stich, Dr. Steffen Weichselbaum, Dr. Torsten Musiol sowie Heiner Grottendieck sowohl die speziellen Herausforderungen für KMU mit Blick auf die Frage, ob der Betrieb eines eigenen Mobilfunknetzes nicht zu komplex für die meisten Unternehmen sei, als auch die stichhaltige Darstellung des Return on Invest. Die Diskussionsrunde kam zu dem Schluss, dass gerade das für die Campusnetz-Nutzung neu erschlossene und lizensierte Frequenzspektrum im mmWave-Bereich (um 26 GHz), aufgrund seiner geringen und durch Gebäudewände abschirmbaren Reichweite, hohen Sicherheitsanforderungen genügen und gleichzeitig enorme Datenkapazitäten sowie kaum wahrnehmbare Latenzzeiten bieten kann.

Das nächste große Ding: 5G Network Slicing

Tief in die Technik tauchte das Panel „Das nächste große Ding: 5G Network Slicing“ ein. Mobilfunkinfrastruktur oder Teile davon anwendungsbezogen und auf Abruf bereitzustellen, als „eigenes“ Netz, das zum Beispiel eine garantierte Latenzzeit oder auch Datenkapazität bietet – der 5G-Standard macht das mit „Network Slicing“ möglich. In ihrer Keynote verdeutlichte Dr. Silke Holtmanns von AdaptiveMobile Security, dass insbesondere kritische Anwendungen so an Sicherheit gewinnen können, sich gleichzeitig aber auch neue Sicherheitsrisiken ergeben. So diskutierten Prof. Dr. Christian Wietfeld, Dr. Christoph Bach, Daniel Behnke und Nils Gerhardt vielversprechende Anwendungsfelder für 5G Network Slicing und u.a. die Frage, ob Slices nun ein Plus Sicherheit bieten. Die Antwort: Jein – auf die Art der Nutzung kommt es an.

Trotz Coronapandemie konnte das Competence Center 5G.NRW endlich wieder mit seinem Innovationsnetzwerk in Kontakt treten. Zum ersten Mal realisierte das CC5G.NRW eine Greenscreen-Veranstaltung auf TV-Niveau – auch dank der hervorragenden Moderation durch Tobias Häusler. Komplettiert wurde das Angebot durch eine Virtual Exhibition und digitale Networking Angebote. Der gesamte Stream ist on-demand verfügbar.

Unser Fazit: Insbesondere angesichts der vielfältigen Herausforderungen ergeben sich große Chancen für Nordrhein-Westfalen – den Hotspot für Cyber-Sicherheit in Deutschland mit seinem starken 5G-Innovationsökosystem. Das Competence Center 5G.NRW verspricht: Wir bleiben dran!

Prof. Dr. Kai Höhmann
Globaler Geschäftsfeldleiter Digital Transformation (TÜV Rheinland)

Heiner Grottendieck
Referatsleiter Sicherheit der Infrastruktur für Telekommunikationsnetze, 5G (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik)

Dr. Steffen Weichselbaum
Principal (Seven Principles Solutions & Consulting GmbH)

Dr. Thorsten Musiol
CEO (MECSware GmbH)

Dr. Volker Stich
Geschäftsführer Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR e.V. an der RWTH Aachen)

Dr. Boris Maurer
European Lead für Communications & Media (Accenture)

Dr. David Rupprecht
Postdoctoral Researcher (Horst Görtz Institut der Ruhr-Universität Bochum)

Dr. Christian Zenger
CEO (Physec GmbH)

Tobias Ziemann
Abteilungsleiter im Bereich 90-306 SOLICOM Breitband- und Kommunikationsnetze (Stadt Solingen)

Dr. Silke Holtmanns
Head of 5G Security Research (AdaptiveMobile Security)

Dr. Christoph Bach
CTO (Service Providers Western Europe Ericsson GmbH)

Nils Gerhardt
CTO (utimaco GmbH)

Daniel Behnke
Head of Global Digitalization/Corporate Factory IT & Technologies (Weidmüller GmbH)

Prof. Dr. Andreas Pinkwart
Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE)

Arne Schönbohm
Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)

Claudia Nemat
Vorstandsmitglied für Technologie und Innovation (Deutsche Telekom AG)

Prof. Dr. Christian Wietfeld
Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationsnetze (Technische Universität Dortmund)

Monika Gatzke
Geschäftsführerin CC5G.NRW (Bergische Universität Wuppertal)

Prof. Dr. Volker Gruhn
Inhaber des Lehrstuhls für Software Engineering (Universität Duisburg-Essen)

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