Projektabschluss „SMART FOREST 5G Clinics“: 5G und Robotik in ländlichen Kliniken erprobt

Forschungsprojekt zeigt Einsatzmöglichkeiten für Televisite, Transport und Orientierungshilfe – Überführung in die Praxis geplant.

Am Technologie Campus Grafenau der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) wurde am 12. März das Forschungsprojekt „SMART FOREST 5G Clinics“ nach dreijähriger Laufzeit abgeschlossen. Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung stellten der wissenschaftliche Projektleiter Prof. Dr. Florian Wahl und der operative Projektleiter Sebastian Schmidt die zentralen Ergebnisse sowie Handlungsempfehlungen vor. Ziel des Projekts war es, den Nutzen von 5G-Technologie und Servicerobotik in ländlichen Kliniken zu untersuchen.

Das vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr geförderte Verbundprojekt wurde in Zusammenarbeit mit den Arberlandkliniken Viechtach (Landkreis Regen) und den Kliniken am Goldenen Steig (Landkreis Freyung-Grafenau) durchgeführt. Im Fokus stand unter anderem die Frage, inwieweit lokal eingerichtete 5G-Campusnetze die Gesundheitsversorgung verbessern können. Untersucht wurden dabei fünf spezifische Anwendungsfälle: Sturzerkennung, Televisite, Orientierungshilfe, Transport sowie Zugangskontrolle.

Nach Angaben der Projektverantwortlichen zeigte sich der größte Nutzen der 5G-Technologie im Bereich der Televisite. Dort konnten insbesondere die hohe Datenübertragungsrate und geringe Latenzzeiten zur Verbesserung der ärztlichen Fernbetreuung beitragen. Die Projektbeteiligten halten es für erforderlich, dieses Potenzial durch weitere Forschungsvorhaben weiterzuentwickeln und dauerhaft in den Klinikbetrieb zu integrieren.

Ein weiteres Ergebnis des Projekts war die Erprobung von Servicerobotern. Diese kamen unter anderem für den Transport von Materialien wie Blutproben zum Einsatz und wurden auch zur Begleitung von Patientinnen und Patienten innerhalb der Klinik genutzt. Die Roboter übernahmen Wegweisungsfunktionen zu schwer auffindbaren Orten, beispielsweise zur Radiologie. Laut Projektleitung kann der Einsatz solcher Systeme das Pflegepersonal entlasten, indem zeitaufwendige Transport- und Orientierungsaufgaben automatisiert werden.

Vertreter der beteiligten Projektpartner, darunter der Landrat des Landkreises Regen, Dr. Ronny Raith, die stellvertretende Landrätin von Freyung-Grafenau, Helga Weinberger, sowie die Klinikgeschäftsführer Christian Schmitz und Marcus Plaschke, bewerteten die Ergebnisse positiv. Übereinstimmend wurde betont, dass sowohl der 5G-Mobilfunkstandard als auch robotergestützte Systeme dazu beitragen könnten, die Effizienz in ländlichen Gesundheitseinrichtungen zu erhöhen.

Die Projektergebnisse sollen nun mit Hilfe des sogenannten Robot-Management-Systems „hospOS“ in den Klinikalltag überführt werden. Die Plattform soll eine zentrale Steuerung und Verwaltung von Servicerobotern ermöglichen. Die praktische Umsetzung dieser Erkenntnisse soll im Rahmen des Anschlussprojekts „Athegus“ erfolgen, das sich derzeit in der Startphase befindet.

 

Quelle: Technische Hochschule Deggendorf.

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