Strompreispaket der Bundesregierung: Industrie im Fokus, aber IKT-Branche befürchtet Benachteiligung

Die Bundesregierung plant ein Strompreispaket zur Entlastung energieintensiver Branchen in den nächsten fünf Jahren, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Bitkom warnt vor Vernachlässigung der IKT-Branche und fordert eine Ausweitung der Stromsteuersenkung für Digitalunternehmen zur Unterstützung von Wettbewerbsfähigkeit und Investitionen.

Die Bundesregierung hat sich intern auf ein Strompreispaket geeinigt, das in den nächsten fünf Jahren eine Entlastung für energieintensive Unternehmen und das produzierende Gewerbe vorsieht. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie in Anbetracht gestiegener Strompreise zu sichern. Dies beinhaltet eine Absenkung der Stromsteuer für 2024 und 2025 auf den unionsrechtlichen Mindestwert von 0,05 ct/kWh, eine Verlängerung der Strompreiskompensation im Klima- und Transformationsfonds sowie den Wegfall des Selbstbehalts. Das Bundesministerium der Finanzen wird nun die Gesetzesvorlage ausarbeiten und entsprechende Beschlüsse im Bundestag einbringen.

Die geplante Entlastung wird laut Bitkom als richtiger und notwendiger Schritt zur Stabilisierung des Wirtschaftsstandorts Deutschland betrachtet. Allerdings weist die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)-Branche darauf hin, dass sie in der Debatte bisher übersehen wurde. Obwohl Rechenzentren aufgrund ihrer Energieintensität bereits Vorgaben im Energieeffizienzgesetz erfüllen müssen, sind sie von den aktuellen Entlastungsbeschlüssen nicht erfasst.

Die IKT-Branche argumentiert, dass sie von den hohen Stromkosten ebenso stark betroffen ist wie die von der Entlastung begünstigten Branchen wie Stahl- oder Aluminiumhersteller. Große IKT-Unternehmen, die ähnlich energieintensive Infrastrukturen unterhalten, könnten durch hohe Strompreise ebenfalls Standorte, Investitionen und Arbeitsplätze gefährden.

Bitkom, der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, warnt vor einem erheblichen Rückgang von Digitalinvestitionen, wenn die Wettbewerbsfähigkeit der IKT-Branche nicht durch Strompreisentlastungen unterstützt wird. Die Organisation fordert eine Ausweitung der geplanten Stromsteuersenkung auf IKT-Unternehmen, um zusätzliche Investitionen in digitale Infrastrukturen zu ermöglichen. Eine gezielte Regelung, die den Stromverbrauch der digitalen Infrastruktur berücksichtigt, könnte laut eigenen Angaben die wirtschaftliche Entwicklung positiv beeinflussen und die Umsetzung der Digital- und Klimaziele unterstützen.

 

Weitere Informationen finden Sie hier.

Das könnte Sie auch interessieren

04.12.2023
Vodafone führt energieeffiziente 5G-Technologie von Ericsson im deutschen Netz ein
In einem Schritt zur Energieeinsparung und Verbesserung der Netzabdeckung führt Vodafone die 5G-Funktechnologie von Ericsson in Deutschland ein. Das Ziel des Telekommunikationsunternehmens ist es, ein schnelles Netz anzubieten und gleichzeitig...
News-Artikel lesen
10.01.2023
Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie (MWIKE) verlängert Förderung für Mobilfunk­koordinator*innen
Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hat sich zum Ziel gesetzt, den flächendeckenden Ausbau der Mobilfunkversorgung weiter voranzutreiben. Die Landesregierung kündigte an, auch im Jahr 2023 die Arbeit von Mobilfunkkoordinator*innen in den Kreisen...
News-Artikel lesen
Förderwettbewerb 5G.NRW: Landesregierung fördert 13 herausragende 5G-Projekte
Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gibt die Förderempfehlungen für den ersten Call des 5G.NRW-Förderwettbewerbes der Landesregierung bekannt: Zum Start des ersten Aufrufes des Landeswettbewerbes...
News-Artikel lesen
Bitkom fordert gleiche Sicherheitsanforderungen für alle 5G-Netzbetreiber
Die Bundesnetzagentur passt zurzeit die Sicherheitsanforderungen an Netzbetreiber an. In einer Stellungnahme fordert der Digitalverband Bitkom nun, dass Mobilfunkbetreiber und Hersteller die gleichen und technikneutralen Sicherheitsanforderungen erfüllen sollen. Nach Aussagen...
News-Artikel lesen
17.02.2020
Intelligentes Energiemanagement mit 5G
Die Energiewende in Deutschland benötigt eine moderne Energieversorgungsinfrastruktur. Für den Einsatz regenerativer Energien sind neue IKT-Lösungen essentiell. Im BMWi-geförderten Forschungsprojekt „5Gain – 5G-Infrastrukturen für zellulare Energiesysteme unter Nutzung künstlicher Intelligenz“ entwickeln...
News-Artikel lesen
17.05.2023
Ericsson veröffentlicht Bericht zu Net Zero-Ambitionen
Die Klimakrise ist eine globale Herausforderung, die vom Menschen verursacht und beeinflusst wird. Steigende Temperaturen, häufigere Wetterextreme und der Anstieg des Meeresspiegels sind die Folgen. Um ihre Auswirkungen einzudämmen, müssen...
News-Artikel lesen
5G-Technologie erfolgreich bei Live-TV-Produktion des SWR im Schwarzwald eingesetzt
Die Premiere fand bei der Sendung „Weihnachtsmarkt live – Freude auf die Adventszeit“ in der Ravennaschlucht im Schwarzwald statt. Das Netz wurde in Zusammenarbeit mit Smart Mobile Labs (SML) betrieben....
News-Artikel lesen
25.08.2022
EU-Kommission veröffentlicht Digital Economy and Society Index 2022
Jährlich berichtet die EU-Kommission über die digitalen Fortschritte in den einzelnen Mitgliedsstaaten. Mit dem Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (Digital Economy and Society Index, DESI) sollen die Fortschritte...
News-Artikel lesen
Mobilfunkpakt und Gigabit-Masterplan: eine Zwischenbilanz
13.02.2019 Im vergangenen Sommer hat die Landesregierung gemeinsam mit den beteiligten Telekommunikationsunternehmen und Netzbetreibern Verabredungen zum Ausbau der Mobilfunk- und Gigabitversorgung getroffen. Eine erste Zwischenbilanz zeigt: Der mit den Mobilfunkbetreibern...
News-Artikel lesen
09.02.2023
Europa hinkt bei den Zielen für Gigabit-Anschlüsse hinterher
Europa macht sowohl bei den Telekommunikationsinvestitionen als auch bei der 5G- und FTTH-Abdeckung Fortschritte. Dennoch zeigen neue Schätzungen der ETNO, dass die EU ihr Ziel „Gigabit für alle bis 2030“...
News-Artikel lesen
Bundesnetzagentur konsultiert Rahmenbedingungen für Mobilfunkfrequenzen ab 2026
Die Bundesnetzagentur hat kürzlich die Rahmenbedingungen für die Nutzung der Mobilfunkfrequenzen bei 800 MHz, 1.800 MHz und 2.600 MHz zur Konsultation gestellt. Diese Frequenzen sind derzeit im Besitz von Mobilfunknetzbetreibern...
News-Artikel lesen
Vantage Towers installiert Windkraftanlagen an Mobilfunk-Stationen
Die Vantage Towers AG hat in Zusammenarbeit mit Berliner Windenergie-Start-up MOWEA einen Mobilfunkmast mit Mikrowindturbinen eröffnet. Dieser befindet sich in Troisdorf, Nordrhein-Westfalen, und wurde mit insgesamt acht Turbinen auf 40...
News-Artikel lesen